Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Mehrgenerationenhäuser fördern die individuellen und strukturellen Voraussetzungen für eine Beschäftigungsaufnahme

Persönliche Kompetenzen stärken, strukturelle Rahmenbedingungen verbessern: Die neuesten Zahlen der wissenschaftlichen Begleitung zeigen, dass Mehrgenerationenhäuser mit ihren vielseitigen Angeboten dazu beitragen, dass Arbeitssuchenden und Arbeitslosen die

(Wieder-)Aufnahme einer Beschäftigung oder Ausbildung noch besser gelingt.

Mehrgenerationenhäuser sind Orte, an denen die Beschäftigungsfähigkeit individuell und strukturell gefördert wird: Laut den Ergebnissen des Selbstmonitorings aus dem Jahr 2013 tragen 83 Prozent der insgesamt über 10.000 Angebote in den Mehrgenerationenhäusern dazu bei. 74 Prozent aller Angebote verbessern nach Angaben der Häuser die persönlichen Berufsperspektiven, indem sie soziale Kompetenzen stärken. 26 Prozent des breiten Angebotsspektrums der Mehrgenerationenhäuser haben einen positiven Einfluss auf die Beschäftigungsfähigkeit, weil sie die persönliche Qualifizierung und Weiterbildung der Nutzerinnen und Nutzer fördern. Weiterhin begünstigen 25 Prozent die Beschäftigungsfähigkeit durch eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Durch die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege wirken sich 15 Prozent aller Angebote positiv aus, im Handlungsschwerpunkt Alter und Pflege sind es sogar 30 Prozent.

Nutzerinnen und Nutzer sowie Freiwillig Engagierte profitieren

Die Ergebnisse der Nutzerbefragung aus dem Jahr 2013 bestätigen, dass Mehrgenerationenhäuser die individuelle Beschäftigungsfähigkeit stärken. 50 Prozent der an der Befragung teilnehmenden Nutzerinnen und Nutzer  stimmten der Aussage zu, dass sie sich in den Häusern beruflich weiterentwickeln können. Unter Nutzerinnen und Nutzern mit Migrationshintergrund waren es 57 Prozent. Ein Drittel aller Befragten hat sogar den Sprung in den Arbeitsmarkt geschafft: 33 Prozent bestätigten, dass sie durch die Nutzung der Angebote in den Mehrgenerationenhäusern eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle gefunden haben. Dieser Aussage stimmten 38 Prozent der befragten Nutzerinnen und Nutzer ohne Schulabschluss zu. Hier wird deutlich, dass besonders Geringqualifizierte von den Angeboten der Mehrgenerationenhäuser profitieren.

Auch die knapp 16.000 Freiwilligen in den Mehrgenerationenhäusern profitieren mit Blick auf den Arbeitsmarkt von ihrem Engagement: 89 Prozent der Angebote im Themenschwerpunkt Freiwilliges Engagement fördern die Beschäftigungsfähigkeit. Dies spiegelt sich auch in der individuellen Wahrnehmung der freiwillig engagierten Personen wieder: Von über 2.500 Freiwilligen, die 2013 von der wissenschaftlichen Begleitung befragt wurden, bestätigten 84 Prozent ganz oder überwiegend, dass sie sich in den Mehrgenerationenhäusern weiterentwickelt und Qualifikationen erworben haben, die ihnen auch beruflich weiterhelfen können.

Zusammenarbeit mit örtlichen Jobcentern und Agenturen für Arbeit

Um möglichst viele Personen bei der Beschäftigungssuche optimal unterstützen zu können, kooperieren viele Mehrgenerationenhäuser mit den örtlichen Jobcentern oder Agenturen für Arbeit. Eine Befragung von 398 Mehrgenerationenhäusern im Juni 2012 zu diesem Thema ergab, dass 70 Prozent der Häuser im Aktionsprogramm II mit dem örtlichen Jobcenter und 57 Prozent mit den lokalen Agenturen für Arbeit in Kontakt standen, um eine Kooperation aufzubauen. In 91 Prozent dieser Fälle haben Mehrgenerationenhaus und Jobcenter bereits mindestens einmal zusammengearbeitet; in der Kooperation mit den lokalen Agenturen für Arbeit waren dies 81 Prozent.

69 Prozent dieser Mehrgenerationenhäuser nannten die berufliche Wiedereingliederung als einen Schwerpunkt bestehender Kooperationen mit den Jobcentern, bei Mehrgenerationenhäusern, die mit lokalen Agenturen für Arbeit zusammenarbeiten waren es 65 Prozent. 57 Prozent der mit örtlichen Jobcentern kooperierenden Häuser führten in diesem Bereich den fachlichen Austausch an, von den Mehrgenerationenhäusern, die mit lokalen Agenturen für Arbeit zusammenarbeiten, machten 56 Prozent diese Angabe. Die Ziele der Kooperationen sind vielfältig: 71 Prozent der betreffenden Häuser, die mit dem örtlichen Jobcenter kooperieren, verfolgten mit der Zusammenarbeit die Absicht, das Mehrgenerationenhaus weiter als Einsatzstelle oder Träger von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zu etablieren. In der Zusammenarbeit mit lokalen Agenturen für Arbeit führten 64 Prozent dieses Ziel auf. Als weitere Ziele für die Kooperation mit örtlichen Jobcentern gaben 58 Prozent der Mehrgenerationenhäuser die Stärkung beschäftigungsfördernder Aspekte in der eigenen Angebotserbringung an. Unter Häusern, die mit lokalen Agenturen für Arbeit zusammenarbeiten, waren es 43 Prozent. 44 Prozent der Mehrgenerationenhäuser verfolgten in der Zusammenarbeit mit örtlichen Jobcentern das Ziel einer fachlichen Unterstützung beziehungsweise einer Beratung zu arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Bei Mehrgenerationenhäusern, die Partner von lokalen Agenturen für Arbeit sind, waren es ebenfalls 44 Prozent.

Insgesamt bietet die Kooperation mit der Arbeitsverwaltung den Mehrgenerationenhäusern einen spürbaren Mehrwert: 75 Prozent der Häuser sind mit der Zusammenarbeit mit den Jobcentern voll und ganz oder überwiegend zufrieden, 69 Prozent sind es mit den Kooperationen mit den Agenturen für Arbeit.

Die Zusammenarbeit von Arbeitsverwaltung und Mehrgenerationenhäusern wurde seit der Befragung im Jahr 2012 qualitativ und quantitativ weiter ausgebaut. Im Oktober 2013 fand zudem ein Fachtag zum Thema Beschäftigungsfähigkeit in den Räumlichkeiten der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg statt. Hier diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Mehrgenerationenhäuser mit den Beauftragten für Chancengleichheit der Bundesagentur für Arbeit sowie Beschäftigten der Jobcenter und Agenturen für Arbeit Wege und Möglichkeiten, wie die Rolle der Mehrgenerationenhäuser bei der Förderung der Beschäftigungsfähigkeit weiterentwickelt werden kann.