Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Eine Chance für Greifswald

Eine Chance für Greifswald – Mehrgenerationenhaus und Kommune gestalten den demografischen Wandel

In Greifswald sind die Stadt und das Mehrgenerationenhaus „Bürgerhafen" starke Partner, wenn es darum geht, die Hansestadt für den demografischen Wandel fit zu machen. Weit oben auf der gemeinsamen Agenda steht das Thema „Demenzfreundliche Kommune". Welche Angebote und Dienstleistungen bereits entwickelt wurden und wie neue Projekte entstehen, darüber berichten der Greifswalder Oberbürgermeister Dr. Arthur König und die Leiterin des Mehrgenerationenhauses Dr. Monika Meyer-Klette.

„Der demografische Wandel macht auch um Greifswald keinen Bogen", konstatiert Dr. Arthur König, der Oberbürgermeister von Greifswald. Wie viele andere Kommunen steht auch die Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern vor der Herausforderung, die Folgen des  demografischen Wandels vor Ort zu gestalten. Dabei setzt die Stadt auf die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Mehrgenerationenhaus. „Der Anteil der älteren Bevölkerung wird im Verhältnis zur jüngeren immer mehr zunehmen. Deshalb wollen wir das Mit- und Füreinander der Generationen stärken. Hierfür können wir uns keinen besseren Partner als das Mehrgenerationenhaus vorstellen", sagt Oberbürgermeister Dr. König. Die vielfältigen generationenübergreifenden Angebote des Mehrgenerationenhauses sind laut dem Oberbürgermeister eine große Bereicherung für die soziale Infrastruktur Greifswalds. „Ältere Menschen helfen zum Beispiel Schülerinnen und Schülern bei den Hausaufgaben oder vermitteln im Rahmen unserer „Demokratieschule" politisches Grundwissen. Umgekehrt gibt es junge Menschen, die sich regelmäßig mit älteren Menschen, darunter auch demenziell Erkrankte, zum Nachmittagskaffee treffen. Das wirkt sich positiv auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Stadt aus", so das Stadtoberhaupt. Die Stadt Greifswald unterstützt diese Angebote nicht nur finanziell oder mit Sachleistungen, sondern auch mit dem Fachwissen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So entstehen gemeinsame Projekte, die an die Anforderungen vor Ort angepasst sind und der Kommune dabei helfen, den Einwohnerinnen und Einwohnern gerade im Bereich Alter und Pflege mehr Unterstützung und Lebensqualität bieten zu können.

Greifswald soll eine „Demenzfreundliche Kommune" werden

Ein Thema, dem sich Stadt und Mehrgenerationenhaus seit geraumer Zeit verstärkt widmen, ist das persönliche Leben und der öffentliche Umgang mit Demenz. So setzen sich beide Akteure gemeinsam dafür ein, die Bevölkerung im Umgang mit Demenz zu sensibilisieren, demenziell Erkrankte in die lokale Gemeinschaft zu integrieren und pflegende Angehörige mit einem engmaschigen Netzwerk zu unterstützen. Kurzum: Greifswald soll eine „Demenzfreundliche Kommune" werden. „Das Thema Demenz steht weit oben auf der Agenda. Mit Hilfe des Mehrgenerationenhauses können wir dies wirkungsvoll an die Greifswalderinnen und Greifswalder herantragen", erklärt Oberbürgermeister Dr. König.

Impulsgeber und Organisationsteam für neue Beratungs- und Unterstützungsangebote ist die „Arbeitsgruppe Demenz", die 2011 auf Initiative des Mehrgenerationenhauses gegründet wurde und seither regelmäßig zusammenkommt. Neben Vertreterinnen und Vertretern von Stadt und Mehrgenerationenhaus setzt sich das Gremium aus Freiwillig Engagierten zusammen. „Einige von ihnen sind Angehörige demenziell Erkrankter. Sie bringen ihre ganz persönliche Erfahrung ein", berichtet die Leiterin des Mehrgenerationenhauses Dr. Monika Meyer-Klette, die ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe ist. Die Stadt Greifswald unterstützt die Arbeitsgruppe durch zwei Mitarbeiterinnen des Sozialpsychiatrischen Dienstes, die vor allem mit ihrem Wissen im Bereich des Pflegerechts und der psychologischen Betreuung von demenziell Erkrankten und pflegenden Angehörigen helfen.

Beratung für pflegende Angehörige, Schulungen für Polizistinnen und Polizisten

Im Rahmen der Arbeitsgruppe haben Stadt und Mehrgenerationenhaus schon einige Gemeinschaftsprojekte auf den Weg gebracht. „Wir haben bereits zahlreiche  Informationsveranstaltungen organisiert und mit dem „Wegweiser Demenz" eine Informationsbroschüre veröffentlicht, die alle Angebote rund um das Thema aus der Region enthält", erklärt Dr. Monika Meyer-Klette. Für pflegende Angehörige bietet das Mehrgenerationenhaus eine regelmäßige Sprechstunde an. Andere Angebote des Mehrgenerationenhauses richten sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bürgerämtern, aber auch Polizistinnen und Polizisten und Beschäftigte im Einzelhandel – Menschen, die in ihrem Beruf häufig auf demenziell Erkrankte treffen können. Für sie bietet das Mehrgenerationenhaus Workshops zum Umgang mit den Betroffenen an. Die Teilnehmenden werden unter anderem mit Videos über bestimmte Alltagssituationen konfrontiert. Dazu gibt es Tipps, die helfen sollen, wenn man zum Beispiel auf der Straße oder im Laden mit demenziell Erkrankten in Kontakt kommt. „Die Kurse sind immer gut besucht, die Teilnehmenden sind total begeistert", berichtet Hausleiterin Dr. Monika Meyer-Klette.

Mit konkreten Vorhaben in die Zukunft

Die bisher realisierten Projekte und nicht zuletzt auch die große Nachfrage nach generationenübergreifenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten bestärken Stadt und Mehrgenerationenhaus darin, ihre Kooperation weiter zu vertiefen. „Wir haben Ziele vereinbart, die unter anderem die Handlungsfelder Alter und Pflege sowie Demenz und weitere Vorhaben umfassen", berichtet Dr. Monika Meyer-Klette. Auch Oberbürgermeister Dr. Arthur König schaut zuversichtlich in die Zukunft. „Das Miteinander von Menschen verschiedener Altersgruppen und Lebenssituationen wird auch in zehn bis 20 Jahren einen hohen Stellenwert in Greifswald haben. Hierfür setzt sich das Mehrgenerationenhaus schon heute intensiv ein. Deshalb passen das Mehrgenerationenhaus und Greifswald einfach gut zusammen", resümiert der Oberbürgermeister.