Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Gemeinsam wird man schlauer – Geschichte aus dem Mehrgenerationenhaus Hohenstein-Ernstthal (Sachsen)

Der demografische Wandel in der Praxis – Das MGH „Schützenhaus“ in Hohenstein-Ernstthal

Wie funktioniert eigentlich ein Roboter, wer ist Sherlock Holmes und wie leben Pinguine? Diese und viele andere spannende Fragen werden bei der „Generationen-Universale“ im Mehrgenerationenhaus (MGH) „Schützenhaus“ in Hohenstein-Ernstthal behandelt. Die „Generationen-Universale“ ist ein interaktives Lernforum für Jung und Alt.

 

Die Folgen des demografischen Wandels sind in jeder Region anders zu spüren. Hohenstein-Ernstthal im Landkreis Zwickau gilt, bedingt durch rückläufige Einwohnerzahlen und eine niedrige Geburtenrate, als stark schrumpfende Kommune. Um der sich stetig verändernden Altersstruktur gerecht zu werden, haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schützenhauses deshalb bereits 2006 etwas Besonderes ausgedacht: Angefangen als Kinder-Uni hat sich die regelmäßige Freizeit- und Bildungsveranstaltung des MGH Schützenhaus seit über zehn Jahren als „Generationen-Universale“ etabliert. Bis zu 150 Personen lernen hier generationenübergreifend mit- und auch voneinander. Viele Interessierte aus der Umgebung kommen einmal im Monat, um bei interaktiven Themenvorträgen eingeladener Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis dabei zu sein.

„Unsere Gesellschaft wird älter und vielfältiger. Das bedeutet, dass wir Strukturen und Inhalte neu denken müssen.“, sagt die MGH-Leiterin und Organisatorin der Veranstaltung, Heidi Funke, und berichtet weiter: „Das Angebot wird sehr gut angenommen.“

Dies ist kein Wunder bei so spannenden Themen wie: „Wie wird man Bürgermeister“, „Wenn die Erde Feuer spuckt“ oder einem Thementag zur traditionsreichen Rennstrecke „Sachsenring“, die sich in direkter Nachbarschaft des Mehrgenerationenhauses befindet. Aufgelockert werden die Runden durch Anekdoten aus den Erfahrungsschätzen der Teilnehmenden. Menschen jeden Alters können hier etwas dazulernen.

Und genau das ist das Besondere, denn: „Ältere Menschen lernen nicht unbedingt schlechter als Kinder und Jugendliche – aber eben anders.“ Das spielerische, implizite Lernen funktioniert mit zunehmendem Alter nicht mehr so gut. „Deswegen“, sagt Frau Funke, „ist es schön, dass sich die Dozierenden häufig eine Mischung aus Vortrag und Aktion einfallen lassen: Da wollen wir schon mal was knallen lassen, natürlich soll da auch was passieren“, etwa bei Experimenten zu chemischen Reaktionen.

Besonders wichtig ist den Veranstalterinnen und Veranstaltern auch, dass das Lernen zielgerichtet ist. Bei der Planung suchen sie nach relevanten Themen, zum Beispiel aus dem Schullehrplan. „Wir versuchen, es so abwechslungsreich wie möglich für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu gestalten“ so Leiterin Funke. Von den Gästen weiß Sie: „Trockene Themen wollen die nicht“, deshalb erklärt als nächstes Prof. Dr. Torsten Schöneberg von der Universität Leipzig alles Wichtige zu: ‚Schlafmohn und Schlangenbisse – Die Giftküche der Natur‘.“ Groß und Klein sind zahlreich dabei, wenn es wieder heißt: gemeinsam lernt’s und staunt’s sich besser.