Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Umfrage zeigt: Mehrgenerationenhäuser ermöglichen Partizipation

Die wissenschaftliche Begleitung im Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser hat in den Häusern nachgefragt, wie sie Bürgerinnen und Bürgern die Teilhabe an politischen und gesellschaftlichen Prozessen ermöglichen.

An der Befragung „Partizipation und Teilhabe im Quartier" im Juni dieses Jahres haben mehr als 75 Prozent der rund 450 Mehrgenerationenhäuser teilgenommen. In der Umfrage wird Partizipation als Voraussetzung dafür verstanden, dass Menschen an politischen und gesellschaftlichen Prozessen teilhaben können. Die Mehrgenerationenhäuser gestalten Partizipationsprozesse, indem sie niedrigschwellige Formate anbieten, durch die Bürgerinnen und Bürger sich aktiv beteiligen können.

Über 90 Prozent der Häuser, die sich an der Umfrage beteiligt haben, gaben an, dass ihre Kommune Instrumente zur Bürgerbeteiligung einsetzt. Fast drei Viertel der Häuser berichten, dass die Kommune eine politische Strategie hat, in der die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern berücksichtigt wird. Damit wird auch einem Bedürfnis Rechnung getragen: 65 Prozent der Mehrgenerationenhäuser stellen in ihren Kommunen fest, dass die Bürgerinnen und Bürger großes Interesse haben, sich zu beteiligen.

Erfolgreiche Beteiligungsprozesse können verschiedene Formate haben – von regelmäßigen Runden Tischen bis hin zu einmaligen Zukunftskonferenzen gibt es in den Mehrgenerationenhäusern ein breites Spektrum an Partizipationsmöglichkeiten. Fast die Hälfte der Mehrgenerationenhäuser haben bereits einmalige, strategische Beteiligungsformate angeboten. 55 Prozent der Häuser, die an der Umfrage teilgenommen haben, unterstützen oder begleiten sogar regelmäßig Beteiligungsformate in der Kommune.

Die Befragung zeigt: Die Mehrgenerationenhäuser initiieren vor allen Dingen Beteiligungsprozesse in deren Fokus die Gestaltung der Nachbarschaft und des sozialen Miteinanders stehen. Außerdem geht es oftmals um Fragen, wie die Schaffung einer Willkommenskultur gelingen kann, um den Themenbereich Bildung und Wissenschaft oder um die Förderung von Demokratieverständnis und Toleranz. Kommunale Stellen wiederum stoßen in erster Linie Beteiligungsprozesse zu Städtebau, Grün- und Parkanlagen, zur Stadt- und Quartiersentwicklung sowie zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der unterschiedlichen Beteiligungsformate kommen in den meisten Fällen aus dem gesamten Stadtgebiet und nicht nur aus der nächsten Nachbarschaft der Mehrgenerationenhäuser. Über 20 Prozent der befragten Häuser gaben sogar an, dass die Bürgerinnen und Bürger aus anderen Gemeinden oder dem gesamten Landkreis kommen, um die Chance auf Beteiligung zu nutzen.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen deutlich, dass die Mehrgenerationenhäuser erfolgreich Partizipation an gesellschaftlichen und politischen Prozessen gestalten. Die Erfolgsfaktoren sind die Verbindung von unterschiedlichen Gruppen unter einem Dach, eine gute Vernetzung und starke Kooperationsbeziehungen mit und in den Kommunen sowie ein großer Erfahrungsschatz in der Netzwerkarbeit. So sind die Partizipationsprozesse optimal angepasst an die Menschen und die Bedürfnisse vor Ort und Beteiligung kann Früchte tragen.