Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

mit Spaten, Schubkarren, ein wenig Erde und viel Fleiß haben rund 20 freiwillig engagierte Bürgerinnen und Bürger auf Initiative des Mehrgenerationenhauses im nordrhein-westfälischen Rüthen ein kleines Paradies geschaffen. Die Freiwilligen verwandelten ein brach liegendes Grundstück in einen liebevoll gestalteten Garten. Großen Einsatz zeigten dabei neben Vertreterinnen und Vertretern des Mehrgenerationenhauses auch die Jugendlichen aus dem örtlichen Jugendzentrum.

Die Entstehungsgeschichte der grünen Oase macht deutlich: Wenn Menschen an einem Strang ziehen, lassen sich viele Ziele besser erreichen. Das Umfeld wird lebenswerter. Aus diesem Grund arbeiten die Mehrgenerationenhäuser in ganz Deutschland eng mit vielen verschiedenen Partnern zusammen – von der Kommune über private Unternehmen und Freiwilligenagenturen bis hin zu lokalen Initiativen. Mehr als 33.000 Partner stehen derzeit schon an der Seite der rund 450 Mehrgenerationenhäuser im Aktionsprogramm meines Hauses. Eine beeindruckende Zahl, auf die alle Beteiligten stolz sein können; eine Zahl, die Ausstrahlung und Erfolg der Mehrgenerationenhäuser vor Ort nachdrücklich unterstreicht. Diese Zahl steht aber auch für die neuen Impulse, die die Häuser bei der Sozialraumgestaltung geben. Die gute Vernetzungsarbeit der Mehrgenerationenhäuser hilft, Angebote im sozialen Bereich übersichtlicher zu gestalten, besser zu koordinieren und so effizienter zu machen. Gleichzeitig tragen die Mehrgenerationenhäuser dazu bei, dass soziale Arbeit vor Ort immer stärker generationenübergreifend gedacht und umgesetzt wird. Ich bin deshalb sehr froh, dass die 16 Mio. Euro für eine Weiterfinanzierung aller 450 Häuser im Jahr 2015 im Haushaltsentwurf stehen. Ich werde mich aber darüber hinaus mit Nachdruck dafür einsetzen, dass wir gemeinsam mit den Ländern und Kommunen eine Lösung finden, um die Mehrgenerationenhäuser auf Dauer abzusichern.

Zwei Beispiele zeigen auf den kommenden Seiten, welche Früchte die verschiedenen Formen der Zusammenarbeit konkret tragen können. In Sachsen-Anhalt etwa führt die Partnerschaft des Mehrgenerationenhauses Halle an der Saale mit der örtlichen Freiwilligenagentur dazu, dass Menschen sich tatsächlich engagieren, die früher zwar an einem Engagement interessiert waren, aber noch keine Gelegenheit dafür gefunden haben. In Rüthen setzt das Mehrgenerationenhaus neben dem erwähnten Garten zahlreiche weitere Projekte gemeinsam mit dem ansässigen Jugendzentrum um. Jugendliche erstellen beispielsweise eine eigene Zeitung und lernen auch im Austausch mit Älteren vieles dazu.

Allein der Blick auf diese beiden Mehrgenerationenhäuser macht deutlich, wie wichtig und hilfreich Bündnisse mit Partnern sind: unmittelbar für die tägliche Arbeit und längerfristig für die Entwicklung der Häuser. Wie die Gespräche mit den Interviewpartnerinnen aus Braunschweig und dem Fürther Oberbürgermeister zeigen, gibt es hierfür viele weitere gute Beispiele. Im Rahmen meiner diesjährigen Sommertour habe ich im  Mehrgenerationenhaus Fürth miterleben können, wie Jung und Alt dort zusammen kommen und von vielen freiwillig Engagierten unterstützt werden. Alle dort schwören auf das generationenübergreifende Miteinander - das hat mich beeindruckt.

Schauen Sie doch mal in Ihrem Mehrgenerationenhaus vorbei und entdecken Sie die dortigen Angebote!

Ihre

Manuela Schwesig

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend