Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Das Aktionsprogramm – Ein Rückblick

Von Annemarie Gerzer-Sass, Leitung der Serviceagentur im Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II

Nach zehn Jahren wurden die Aktionsprogramme Mehrgenerationenhäuser I und II am 01.01.2017 vom Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus abgelöst. Es ist an der Zeit, einmal darauf zurückzuschauen, was in den vergangenen Jahren geleistet wurde und wie sich das Programm stetig weiterentwickelt hat.

Ziel der Aktionsprogramme war es, das generationenübergreifende Miteinander der Menschen in den Kommunen zu stärken. Dieser Ansatz gab den Programmen ihren Namen. In Mehrgenerationenhäusern können und sollen sich Jung und Alt begegnen, voneinander lernen, miteinander aktiv sein und sich für die Gemeinschaft vor Ort stark machen. Um der Arbeit der Häuser eine feste Struktur zu geben, wurden ab 2012 im Aktionsprogramm II die Handlungsschwerpunkte Alter und Pflege, haushaltsnahe Dienstleistungen, Integration und Bildung und das freiwillige Engagement unter dem Aspekt des generationenübergreifenden Ansatzes entwickelt und umgesetzt. Dies unterschied die Mehrgenerationenhäuser von anderen Bildungs- und Kultureinrichtungen. Die Zielsetzung der vier Schwerpunkte war, sowohl die Potenziale der Menschen für die Gestaltung ihres Umfelds zu nutzen, als auch die regionalen Besonderheiten zu berücksichtigen und damit bedarfsgerechten Angeboten einen Raum zu geben.

Im Aktionsprogramm II standen darüber hinaus die Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit und die Verbesserung des Zugangs zur Beschäftigung im Fokus. Mehrgenerationenhäuser haben hierzu zahlreiche Angebote zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bereitgestellt. Ebenso wurden Angebote für Arbeitsuchende und Alleinerziehende etabliert. Ziel auf der lokalen Ebene war, die jeweilige Arbeitsverwaltung mit dem lokalen Mehrgenerationenhaus zu vernetzen und Kooperationen anzuregen. Dieses Ziel wurde durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Bundesagentur für Arbeit flankiert.

Hervorzuheben sind auch die Offenen Treffs der Mehrgenerationenhäuser als Möglichkeit für alle Menschen, niedrigschwellig einen schnellen Zugang zum Mehrgenerationenhaus und seinen Angeboten zu finden.

Durch die generationenübergreifende Arbeit und die damit einhergehende Stärkung des sozialen Zusammenhalts in den Kommunen brachte das Aktionsprogramm bereits gute Ansatzpunkte für die Gestaltung des demografischen Wandels in der Kommune mit. Im Bundesprogramm können die Mehrgenerationenhäuser in Kooperation mit den Kommunen vor Ort selbst gestalten, welche Angebote zur Bewältigung des demografischen Wandels für die Kommune hilfreich sind. Die Häuser werden dadurch freier in ihrer Ausrichtung und werden in ihrer Rolle als sozialpolitische Akteure in den Kommunen gestärkt.