Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

von Martin Buber, einem bekannten Religionsphilosophen, stammt der Satz „Alles wirkliche Leben ist Begegnung". Diese Worte beschreiben meiner Meinung nach sehr gut auch die Bedeutung der Mehrgenerationenhäuser im Alltag vieler Menschen. Sie bieten für Menschen jeden Alters einen gut erreichbaren Ort der Begegnung und des Austauschs und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu Teilhabe und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. So sind die Häuser in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in bundesweit mehr als 500 Kommunen geworden.

Wichtig für die erfolgreiche Arbeit der Häuser ist dabei eine gute und enge Zusammenarbeit mit und in der Kommune. Das neue Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II, das wir Anfang 2012 gestartet haben, stärkt diese Zusammenarbeit: Städte und Gemeinden sind nun auch verbindlich an der Finanzierung der Häuser beteiligt. Gleichzeitig sind sie durch eine enge inhaltliche Verknüpfung zum zentralen Partner der Mehrgenerationenhäuser geworden. Von dieser Verbindung profitieren beide Seiten: Mit ihren Angeboten und Aktivitäten unterstützen die Mehrgenerationenhäuser die Kommunen in zentralen Bereichen der Daseinsvorsorge – sei es bei flexiblen Betreuungsangeboten für Kinder, sei es beim günstigen generationenübergreifenden Mittagstisch, sei es bei der ergänzenden Unterstützung für ältere und pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige.

Mit diesem vielfältigen Angebotsspektrum tragen die Mehrgenerationenhäuser dazu bei, sowohl in Städten als auch im ländlichen Raum Antworten auf  den demografischen Wandel zu finden. Dabei entstehen verbindliche und langfristig tragfähige Kooperationen. Vereine, Freiwilligenagenturen, Pflegedienste und -stützpunkte sind ebenso wie Seniorenbüros, Jugendmigrationsdienste, Lokale Bündnisse für Familien oder Familienzentren regelmäßige Partner für eine fruchtbare Zusammenarbeit auf vielen Ebenen.

Die Vielfalt dieser Kooperationsformen und Vernetzungsmöglichkeiten spiegelt sich auch in den Beiträgen zu diesem Newsletter wider. Die Verantwortlichen im Mehrgenerationenhaus Quakenbrück etwa zeigen, wie sich in einem Netzwerkprojekt rund 800 Unterstützerinnen und Unterstützer einbinden lassen. Großes Medienecho findet auch das Mehrgenerationenhaus in Offenburg, wo Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region im Rahmen eines Coaching-Projekts zu Mentorinnen und Mentoren in Haupt- und Realschulen werden. Fachinterviews unterstreichen die zentrale Rolle, die die Kommunen für die nachhaltige Existenz der Mehrgenerationenhäuser spielen.

Diese Beispiele sind ein kleiner Auszug aus dem großen Spektrum der kreativen Ideen und Ansätze in den Mehrgenerationenhäusern. Hoffentlich regen sie viele Menschen dazu an, sich selbst vor Ort einzubringen und das kommunale Leben mitzugestalten!

Ihre Dr. Kristina Schröder