Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Rückblick und Ausblick auf das Aktionsprogramm

Seit dem Start  des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser im Jahr 2006 zeichnet sich ein eindeutiges Bild ab: Die Mehrzahl der Mehrgenerationenhäuser verfügt, dank der guten Zusammenarbeit in und mit der Kommune, über stabile Netzwerke. Auch wenn sich die Zahl der Kooperationspartner von Haus zu Haus unterscheidet, hat die enge Zusammenarbeit mit anderen lokalen Akteuren einen erheblichen Beitrag dazu geleistet, das Programm erfolgreich umzusetzen. Die erfolgreiche Netzwerkarbeit in kommunalen Strukturen und insbesondere mit den Städten und Gemeinden selbst stellt dabei eine solide Basis dar, auf der das Anfang 2012 gestartete Aktionsprogramm II konzeptionell aufbaut.

Mehrgenerationenhäuser als wichtige Schnittstelle

In einer Zeit, in der der Bedarf an gut erreichbaren, niedrigschwelligen Hilfsangeboten bundesweit stetig steigt, haben sich die Mehrgenerationenhäuser als Schnittstelle zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bewährt. Von Anfang an stand für die Verantwortlichen in den Häusern der Aufbau nachhaltiger Kooperationen im Vordergrund. 2011 verfügten die bundesweit 500 Mehrgenerationenhäuser über insgesamt 25.700 Kooperationspartner. Das sind pro Haus durchschnittlich 51 Partner – zu Beginn des ersten Aktionsprogramms im Jahr 2006 lag diese Zahl noch bei etwa 40 Partnern pro Haus.

Auch wenn Unternehmen und Wirtschaftsverbände sowie Vereine und Initiativen die größte Gruppe der Kooperationspartner darstellen, arbeiten seit Beginn des ersten Aktionsprogramms 99 Prozent der Verantwortlichen in den Häusern mit mindestens einer kommunalen Stelle zusammen. Die Kommunen sind so zu den beständigsten Partnern der Mehrgenerationenhäuser geworden – und inzwischen zu den wichtigsten. Zum einen stellen Städte und Gemeinden eine bedeutende Finanzierungsquelle für die Häuser dar, denn sie fördern diese im Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II mit jährlich 10.000 Euro. Zum anderen kann es insbesondere für neue Häuser entscheidend sein, inhaltlich sowie konzeptionell mit den politischen Entscheidungsträgern und Verwaltungen zusammenzuarbeiten, um sich nachhaltig in der Region zu etablieren.

Erfolgreiche konzeptionelle und strategische Zusammenarbeit

Kommunale Stellen werden zunehmend auch in Steuerungsfragen der Mehrgenerationenhäuser eingebunden. So unterstützen die Kommunen rund die Hälfte der Mehrgenerationenhäuser bei ihrer konzeptionellen und strategischen Arbeit. Wie für alle Partnerschaften gilt auch für die Zusammenarbeit mit der Kommune: Klare Zielsetzungen helfen, das ganze Potenzial möglicher Kooperationen auszuschöpfen und die Vernetzung voranzubringen. Ein klares Profil von Anfang an beugt Missverständnissen vor – und trägt zur Vertrauensbildung bei. Die Grundlage bildet zunächst die Zusammenarbeit bei konkreten Aufgaben im Tagesgeschäft, zum Beispiel gemeinsame Angebote oder auch die Ansprache von Nutzerinnen und Nutzern. Im nächsten Schritt binden viele Verantwortliche in den Häusern dann einzelne Partner, etwa aus dem Ortsvorstand oder Stadtrat, informell in die Steuerung ein, zum Beispiel bei der Konzeption oder bei Finanzfragen.

Nach und nach werden weitere Partner bei der Steuerung miteinbezogen und das entstandene Vertrauen schafft die Basis, um alle Beteiligten untereinander intensiver zu vernetzen, oft zugleich auch in kommunalen Gremien wie Beiräten oder Steuerungskreisen. So haben die Mehrgenerationenhäuser als Knotenpunkte vor Ort und als Partner auf Augenhöhe die Möglichkeit, das soziale Gefüge in der Kommune zu stützen. Zugleich können sie es optimal für sich zu nutzen, um die eigenen Angebote bedarfsgerecht zu erweitern und so gleichzeitig die Existenz des Hauses nachhaltig zu sichern.