Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Mehr als 200 Mehrgenerationenhäuser unterstützen Flüchtlinge

Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter Mehrgenerationenhäusern zeigen, dass die Häuser Flüchtlinge durch ihre verschiedenen Angebote auf vielfältige Weise unterstützen. So befördern sie z.B. Begegnung und Austausch, bieten Unterstützung beim Erwerb der deutschen Sprache oder helfen bei der Bewältigung von Herausforderungen des Alltags. Damit tragen sie ganz wesentlich zur Etablierung einer Willkommenskultur für Flüchtlinge bei. Deutlich wird auch hier: Die Mehrgenerationenhäuser reagieren flexibel auf Herausforderungen der Gesellschaft und verbessern mit ihren passgenauen Aktivitäten die Lebenssituation der Menschen vor Ort.

Über 900 Angebote für Flüchtlinge in 213 Mehrgenerationenhäusern

An der Umfrage, die die Serviceagentur zum Thema „Flüchtlingsarbeit in den Mehrgenerationenhäusern" im ersten Quartal 2015 durchgeführt hat, haben sich mehr als 70% der Mehrgenerationenhäuser beteiligt. Rund zwei Drittel aller Mehrgenerationenhäuser engagieren sich bereits in der Flüchtlingsarbeit oder planen es noch in diesem Jahr. Dies macht deutlich: Die Mehrgenerationenhäuser sind ein wichtiger Partner in der Betreuung von Flüchtlingen in den Kommunen und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Menschen, die diesen Ort der Begegnung und Unterstützung nutzen. Basis für die Flüchtlingsarbeit in den Häusern sind dabei die Handlungsschwerpunkte des Aktionsprogramms Bildung und Integration sowie Freiwilliges Engagement.

Insgesamt haben 213 der an der Befragung beteiligten Mehrgenerationenhäuser über 900 Angebote geschaffen, die sich an Flüchtlinge richten. 55 Prozent dieser Häuser arbeiten schon seit 2012 oder früher mit Flüchtlingen. 45 Prozent sind seit Beginn der aktuellen Flüchtlingswelle 2013/2014 in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Begegnungsangebote wie der Offene Treff machen dabei mit 20 Prozent den Hauptteil der Angebote aus. Durch das Miteinander unterschiedlichster Generationen und Kulturen lernen sich die Menschen im Quartier kennen und schaffen so die Basis für Integration.

Mit 18 Prozent haben Sprachkurse den zweitgrößten Anteil an den Angeboten. Nicht in allen Bundesländern sind Sprachkurse für Flüchtlinge, deren Status noch nicht endgültig geklärt ist, offiziell vorgesehen. Insofern füllen die Mehrgenerationenhäuser hier bestehende Lücken und befördern durch ihre niedrigschwelligen Einführungskurse in die Alltagssprache die Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft. Deutlich wird auch in diesem Kontext die Bedeutung des Freiwilligen Engagements, denn es sind überwiegend die Freiwillig Engagierten, die die Angebote ausrichten.

Die vielfältige Palette an Aktivitäten reicht aber noch weit darüber hinaus: Über 100 Freizeitangebote, 75 Aktionen für die Annahme und Verteilung von Spenden, mehr als 100 Angebote, die Unterstützung im Alltag leisten, knapp 130 Beratungsangebote sowie fast 60 Aktionen aus dem Bereich Dialog- und Moderationsarbeit im Quartier sind zu verzeichnen. 95 weitere Angebote, die auf unterschiedlichste Weise Flüchtlinge stärken aber auch die Freiwillig Engagierten in der Flüchtlingsarbeit unterstützen, runden das eindrucksvolle Spektrum ab.

Kooperationen – Gemeinsam für Flüchtlinge

In ihrer Arbeit mit Flüchtlingen werden die Mehrgenerationenhäuser durch zahlreiche Kooperationspartnerschaften unterstützt: rund 250 kommunale Stellen, wie beispielsweise Sozial- und Jugendämter, Referate für Migration und Flüchtlinge oder auch die Ausländerbehörden, sind in Kooperation mit den Mehrgenerationenhäusern für Flüchtlinge aktiv. Mit Flüchtlingsorganisationen, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und weiteren Institutionen bestehen noch einmal über 500 Kooperationspartnerschaften mit Mehrgenerationenhäusern. Diese Vielzahl an guter und partnerschaftlicher Kooperation in der Flüchtlingsarbeit macht deutlich, wie wichtig ein abgestimmtes Zusammenwirken bei der Flüchtlingsarbeit ist und wie hoch die Zusammenarbeit zwischen den Häusern und ihren Partnern eingeschätzt wird.