Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

seit zehn Jahren sind Mehrgenerationenhäuser flächendeckend in vielen Kommunen Deutschlands verankert. Menschen, die sich bundesweit in den Häusern engagieren, haben den Begriff „Mehrgenerationenhaus“ zu einer Marke gemacht. Als Orte der Gemeinschaft dienen sie Jung und Alt, Alteingesessenen und Zugezogenen als Treffpunkte, Veranstaltungsstätten oder Bildungszentren. Bei meinen Besuchen bin ich jedes Mal erstaunt und erfreut, mit welcher Hingabe gemeinsam Ideen in die Tat umgesetzt werden.

Mehrgenerationenhäuser sind zu Recht für ihre hervorragende Arbeit im Bildungs- und Freizeitbereich bekannt. Sie bieten Kindern Malkursen, Jugendlichen Proberäumen, Älteren Gesprächs- und Lesekreisen, um nur einige Beispiele herauszugreifen. Doch Mehrgenerationenhäuser leisten noch viel mehr für das Miteinander in den Städten und Gemeinden: Immer häufiger vernetzen sie sich mit der lokalen Wirtschaft oder der Arbeitsverwaltung, wodurch vor allem Menschen profitieren, die auf Jobsuche sind oder sich weiterbilden möchten.

So gibt es Häuser, die Sprachkurse für Geflüchtete anbieten und mit Unternehmen zusammenarbeiten, um Praktikums- oder Ausbildungsplätze zu vermitteln. In anderen Häusern finden Veranstaltungen für alleinerziehende Eltern statt, die ihnen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Teilweise werden Menschen durch Mitarbeitende der Jobcenter auf Angebote des Mehrgenerationenhauses aufmerksam gemacht, teilweise entwickeln Besucherinnen und Besucher des Hauses gemeinsam mit anderen Strategien, um Job und Kind in Einklang zu bringen. Mit ihren offenen und niedrigschwelligen Angeboten können Mehrgenerationenhäuser auf anderen Ebenen ansetzen als die Arbeitsverwaltung. Ihre gesellschaftliche Arbeit ebnet Wege für alle Bürgerinnen und Bürger. Es ist schön zu sehen, wie viele engagierte hauptamtliche oder aber ehrenamtliche Menschen in den Kommunen zusammenarbeiten und damit den Kitt bilden, der unsere Gesellschaft zusammenhält: ein soziales Miteinander, das von vielen Schultern gemeinsam getragen wird.

Mit diesem Newsletter möchten wir Ihnen einen Überblick darüber geben, wie Mehrgenerationenhäuser mit der lokalen Wirtschaft und der Arbeitsverwaltung kooperieren. Sie werden sehen, welche unterschiedlichen Schwerpunkte Häuser verfolgen und wie sie mit den Herausforderungen ihrer Region umgehen.  Es muss überall vor Ort das getan werden, was nötig ist, um den demografischen Wandel zu gestalten. Ich bin froh, dass in den Mehrgenerationenhäusern viel mehr als das Nötigste getan wird. 


Ihre Manuela Schwesig
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend