Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

MGH Burgdorf: Chancen für Geflüchtete

Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Somalia oder Eritrea. Etwa 780 Geflüchtete leben derzeit im niedersächsischen Burgdorf. Viele von ihnen sind jung und wollen arbeiten, um eine Perspektive in ihrer neuen Heimat zu haben. Genau diese will das Projekt „Einstiegschance Burgdorf“ (ECB) geben, das Anfang des Jahres vom Mehrgenerationenhaus (MGH) Burgdorf gemeinsam mit der Stadt, der Arbeitsverwaltung und der regionalen Wirtschaft ins Leben gerufen wurde. Ein „Leuchtturmprojekt“, urteilte die lokale Presse vor wenigen Tagen.

In der ECB ziehen alle relevanten gesellschaftlichen Akteure gemeinsam an einem Strang, um Geflüchtete bei der Suche nach einem Arbeits-, Ausbildungs- oder Praktikumsplatz zu unterstützen. „Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, sagt MGH-Leiterin Ursula Wieker. Daher müsse das Deutschlernen mit der Jobsuche einhergehen. Ehrenamtliche aus dem MGH bringen den Geflüchteten die fremde Sprache näher, stehen ihnen bei Behördengängen zur Seite, kämpfen sich mit ihnen durch Formulare, helfen beim Verfassen von Bewerbungen. Wenn die Suche nach einer Stelle konkreter wird, kommen Arbeitsagentur und Jobcenter mit ins Spiel. Sie betreuen das Bewerbungsverfahren und vermitteln bis zum Abschluss eines Arbeits- oder Ausbildungsvertrages.

Dass die ECB erfolgreich berufliche Perspektiven eröffnen kann, liegt auch am Engagement der Wilhelm Cramer GmbH, die eine Reihe von Supermärkten rund um Burgdorf betreibt und zu den Initiatoren des Projekts gehört. Cramer beschäftigt selbst mehrere Geflüchtete. Zudem steht das Familienunternehmen anderen lokalen Betrieben, die sich engagieren wollen, mit Rat und Tat zur Seite. „Gerade kleinere Unternehmen nehmen die Hilfe unseres Projektpartners gerne in Anspruch, weil dieser über hohe Erfahrungswerte verfügt und Unsicherheiten professionell begegnen kann“, berichtet Wieker. Letztlich sei bei der beruflichen Integration jeder noch so kleine Schritt bedeutend.

Die MGH-Leiterin ist stolz darauf, dass sich ihr Haus über die ECB federführend für eine Integration der neuen Burgdorfer stark macht: „Mehrgenerationenhaus heiß für mich, dass wir Angebote für den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt schaffen. Ich bin mir sicher: Wer mit Unterstützung anderer seinen Platz in der Gesellschaft findet, ist auch selbst offen für aktives zivilgesellschaftliches Engagement.“