Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Programmschwerpunkte

Obligatorischer Schwerpunkt: „Gestaltung des demografischen Wandels“

Der demografische Wandel betrifft alle Regionen in Deutschland, aber nicht alle gleichermaßen. Einige verzeichnen Zuwächse, andere haben mit Abwanderung zu kämpfen. Migration und Alterung verändern die Zusammensetzung der Gesellschaft. Die Anforderungen, die der demografische Wandel stellt müssen vor Ort jeweils unterschiedlich bewältigt werden.

Ziel des Bundesprogramms Mehrgenerationenhaus ist es, die Kommunen dabei zu unterstützen, den demografischen Wandel unter Einbindung der Mehrgenerationenhäuser bestmöglich zu gestalten. Dabei sollen Kommune und Mehrgenerationenhaus gemeinsam definieren, auf welche demografischen Handlungsfelder sie sich konzentrieren. Die Handlungsfelder reichen z.B. von der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf über die Förderung des selbstbestimmten Lebens im Alter bis hin zur Förderung der jugendgerechten Gesellschaft. Die genaue Ausrichtung des Angebots der Mehrgenerationenhäuser orientiert sich dabei an einer ganz einfachen Frage: Was ist der Bedarf hier bei uns vor Ort?

Der Programmschwerpunkt „Gestaltung des demografischen Wandels“ richtet die Arbeit aller Mehrgenerationenhäuser auf ein für alle verbindliches Ziel aus. Die konkrete Ausgestaltung bleibt jedoch den Mehrgenerationenhäusern in Abstimmung mit ihrer Kommune vorbehalten.

Fakultativer Schwerpunkt: Integration von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte

Auch Flucht- und Wanderungsbewegungen stellen neue Anforderungen an die Kommunen. Die Mehrgenerationenhäuser sind aufgerufen, dazu beizutragen, dass aus den Neuankommenden Nachbarn werden. Dazu trägt der freiwillige Schwerpunkt „Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte“ bei. Dieser Schwerpunkt soll dort aufgegriffen werden, wo entsprechende Angebote noch nicht oder nicht ausreichend vorhanden sind. Konkrete Leistungen der Mehrgenerationenhäuser können zum Beispiel Patenschaften, Mentoringprogramme, Deutschkurse oder Beratungsangebote sein. Viele Mehrgenerationenhäuser engagieren sich bereits seit langem für die Integration von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte.

Fakultativer Sonderschwerpunkt: Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen

Die im Bundesprogramm geförderten Mehrgenerationenhäuser haben seit 1. Januar 2018 die Möglichkeit, den (fakultativen) Sonderschwerpunkt „Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen“ umzusetzen. Dafür stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zusätzliche Fördermittel bereit. Der Sonderschwerpunkt ist Teil der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung (www.alphadekade.de).

Im Rahmen der Alpha-Dekade wollen Bund und Länder in Kooperation mit weiteren Partnern Maßnahmen umsetzen, die die Anzahl von Erwachsenen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen, Schreiben und/oder Rechnen haben, deutlich verringern. Die Mehrgenerationenhäuser in Deutschland sind als kommunal gut vernetzte Orte wichtige Partner für die Ziele der Alpha-Dekade. Mit ihren Bildungs-, Informations- und Freizeitangeboten erreichen sie Betroffene und ihre Angehörige in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld. Innerhalb ihrer Netzwerke stehen sie mit wichtigen Multiplikatoren in engem Kontakt. Dazu gehören die kommunalen Verwaltungen, die regionale Agentur für Arbeit und die Jobcenter, aber auch Vertreterinnen und Vertreter lokaler Unternehmen. Ihre niedrigschwelligen Angebote und offenen Formate sind geeignet, Vorbehalte und Hemmnisse Betroffener abzubauen.

Interessierte Mehrgenerationenhäuser können mit den zusätzlichen Fördermitteln konkrete Lernangebote, aber auch Kampagnen zur Sensibilisierung der lokalen Öffentlichkeit oder das Entwickeln geeigneter Lernmaterialien anstoßen und umsetzen.